Strom sparen mit Home Assistant: Standby-Killer und smarte Verbrauchskontrolle
Mit Home Assistant Stromfresser finden, Standby-Verbrauch eliminieren und den Eigenverbrauch von Solar maximieren – konkrete Automatisierungen.
Strom kostet in Deutschland mittlerweile über 30 Cent pro Kilowattstunde. Da lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Und genau das kann Home Assistant richtig gut: Messen, visualisieren und automatisch abschalten, was gerade nicht gebraucht wird.
Ich habe mit ein paar smarten Steckdosen und meinem Smart Meter Lesekopf angefangen – und war ehrlich gesagt schockiert, was manche Geräte im Standby ziehen. Hier sind meine konkreten Maßnahmen, die zusammen über 150€ im Jahr sparen.
Schritt 1: Messen – Wo geht der Strom hin?
Bevor du optimieren kannst, musst du wissen wo der Strom hinfließt. Dafür brauchst du:
- Einen Smart Meter Lesekopf für den Gesamtverbrauch
- Smarte Steckdosen mit Strommessung * an verdächtigen Geräten
Steck die Steckdosen an alles, was 24/7 läuft: TV, Soundbar, Spielkonsole, PC-Monitor, Drucker. Lass das eine Woche laufen und schau dir dann im Home Assistant Energy Dashboard die Zahlen an.
Meine größten Überraschungen:
- TV + Soundbar im Standby: 18W (= 47€/Jahr für nichts)
- Gaming-PC im “Aus”-Zustand: 12W (= 31€/Jahr)
- Drucker im Standby: 8W (= 21€/Jahr)
Schritt 2: Standby-Killer mit smarten Steckdosen
Die einfachste Maßnahme: Geräte die nicht gebraucht werden, komplett vom Strom trennen. Mit einem Shelly Plug S * geht das automatisch.
Automatisierung: TV-Ecke aus wenn niemand schaut
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automation:
- alias: "TV Standby-Killer"
trigger:
- platform: state
entity_id: media_player.wohnzimmer_tv
to: "off"
for: "00:10:00"
action:
- service: switch.turn_off
target:
entity_id: switch.tv_steckdose
10 Minuten nachdem der TV ausgeschaltet wird, trennt die smarte Steckdose den kompletten TV-Bereich (TV, Soundbar, Fire Stick) vom Strom. Wenn ich den TV wieder einschalten will, schalte ich die Steckdose per Sprachbefehl oder Automatisierung wieder ein.
Schritt 3: Geräte nur bei Solar-Überschuss laufen lassen
Wer ein Balkonkraftwerk hat, will den produzierten Strom möglichst selbst verbrauchen statt ihn für 8 Cent einzuspeisen. Home Assistant kann Verbraucher gezielt dann einschalten, wenn Überschuss da ist.
Beispiel: Handy-Ladung nur bei Sonne
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automation:
- alias: "Laden bei Solar-Überschuss"
trigger:
- platform: numeric_state
entity_id: sensor.stromzaehler_aktuelle_leistung
below: -100
action:
- service: switch.turn_on
target:
entity_id: switch.ladestation_steckdose
Wenn der Stromzähler negativ wird (= du speist ein), schaltet sich die Ladestation ein. Wird der Überschuss weniger, geht sie wieder aus. Funktioniert genauso für: Akku-Staubsauger laden, Laptop laden, Powerbank füllen.
Schritt 4: Verbrauch visualisieren
Das Home Assistant Energy Dashboard zeigt dir auf einen Blick:
- Tages-, Wochen- und Monatsverbrauch
- Kosten in Euro (Strompreis hinterlegbar)
- Welches Gerät wie viel verbraucht (wenn du Steckdosen mit Messung hast)
- Solar-Produktion vs. Verbrauch
Allein die Visualisierung ändert schon das Verhalten. Wenn du siehst, dass der Trockner 3€ pro Durchgang kostet, hängst du die Wäsche öfter auf die Leine.
Schritt 5: Zeitbasierte Optimierung
Manche Geräte müssen laufen – aber nicht unbedingt zur teuersten Zeit. Mit einem dynamischen Stromtarif (z.B. Tibber) und Home Assistant kannst du Verbraucher in günstige Stunden verschieben:
- Spülmaschine: Startet nachts um 2:00 wenn der Strom am günstigsten ist
- E-Auto laden: Nur zwischen 1:00 und 5:00 Uhr
- Warmwasser-Boiler: Aufheizen wenn Solar-Überschuss da ist oder Strom billig ist
Was spart das konkret?
| Maßnahme | Ersparnis/Jahr |
|---|---|
| TV-Ecke Standby eliminieren | ~47€ |
| Gaming-PC komplett aus | ~31€ |
| Drucker nur bei Bedarf | ~21€ |
| Waschmaschine bei Solar-Überschuss | ~20€ |
| Licht-Automatisierung (nicht vergessen auszuschalten) | ~30€ |
| Gesamt | ~150€ |
Und das sind nur die offensichtlichen Sachen. Je mehr du misst, desto mehr findest du.
Fazit
Home Assistant ist nicht nur ein Spielzeug für Technik-Nerds – es spart echtes Geld. Die Kombination aus Strommessung, smarten Steckdosen und Automatisierungen macht Schluss mit unsichtbarem Standby-Verbrauch. Und wer ein Balkonkraftwerk hat, maximiert damit den Eigenverbrauch.
Die Investition (ein paar Shelly Plugs für je 15€) hat sich bei mir in weniger als 3 Monaten amortisiert.
Grundlage für alles: Ein Smart Meter Lesekopf für den Gesamtverbrauch und ein Balkonkraftwerk mit OpenDTU für die Produktion.