PETG vs. PLA vs. ASA: Welches Filament für Outdoor-Projekte?
PETG, PLA oder ASA für den Außeneinsatz? Ehrlicher Vergleich mit Praxiserfahrung – Landroid-Räder, Gartenhalterungen und Outdoor-Gehäuse.
Wer seinen 3D-Drucker nicht nur für Deko-Figuren nutzt, steht irgendwann vor der Frage: Welches Filament hält draußen? Meine Landroid Traktor-Räder stehen das ganze Jahr im Garten – Sonne, Regen, Frost. Da kann man nicht einfach PLA nehmen und hoffen.
Die Qual der Wahl: Welches Filament für welchen Zweck?
Hier ist mein ehrlicher Vergleich nach über einem Jahr Praxiserfahrung mit allen drei Materialien im Außeneinsatz.
PLA: Der Einsteiger-Liebling
PLA * ist das Material, mit dem jeder anfängt. Druckt sich butterweich, riecht kaum, braucht kein beheiztes Bett und verzieht sich nicht.
Draußen taugt es trotzdem nichts:
- Ab ~55°C wird es weich – ein schwarzes Teil in der Sonne erreicht das locker
- UV-Strahlung macht es spröde – nach ein paar Monaten bricht es bei Belastung
- Feuchtigkeit zieht ein und schwächt die Schichtverbindung
Wann PLA okay ist: Teile die im Schatten hängen und keine mechanische Belastung haben. Briefkasten-Schilder, Kabelclips unter dem Dachüberstand. Sonst: Finger weg für Outdoor.
PETG: Mein Standard für draußen
PETG * ist mein Go-to für alles, was nach draußen muss. Es ist der beste Kompromiss aus Druckbarkeit und Haltbarkeit.
Warum PETG für Outdoor funktioniert:
- Hitzebeständig bis ~80°C – überlebt jeden deutschen Sommer
- UV-beständiger als PLA (nicht perfekt, aber deutlich besser)
- Flexibler als PLA – bricht nicht so schnell bei Schlägen
- Chemisch resistent gegen die meisten Reinigungsmittel
Meine Erfahrung: Die Landroid-Räder aus schwarzem PETG laufen seit über einem Jahr im Garten. Kein Verziehen, kein Bruch, keine sichtbare Degradation. Auch meine Gartenhalterungen für Sensoren und Kabel sind alle aus PETG.
Nachteile:
- Stringing beim Drucken (die nervigen Fäden) – mit guten Retraction-Settings beherrschbar
- Nicht so knackig-hart wie PLA – Gewinde und Snap-Fits sind etwas weicher
- Braucht beheiztes Bett (~70-80°C)
Druckeinstellungen für meinen Neptune 4:
- Düse: 230-240°C
- Bett: 75°C
- Speed: 60-80mm/s (langsamer als PLA)
- Lüfter: 30-50% (nicht voll aufdrehen)
ASA: Der Profi für extreme Bedingungen
ASA * ist quasi ABS mit UV-Schutz. Es ist das Material, aus dem Autoteile und Gartenmöbel im Spritzguss gefertigt werden.
Warum ASA der König für Outdoor ist:
- Beste UV-Beständigkeit aller gängigen Filamente
- Hitzebeständig bis ~100°C
- Extrem schlagfest und zäh
- Behält seine Farbe über Jahre
Warum ich es trotzdem selten nutze:
- Stinkt beim Drucken (Styrol-Dämpfe) – Drucker muss in einem belüfteten Raum stehen oder ein Gehäuse mit Abluft haben
- Verzieht sich stark (Warping) – braucht ein Gehäuse (Enclosure) um den Drucker
- Haftet schlecht auf dem Bett – Klebestift oder spezielles Spray nötig
- Teurer als PETG
Wann ASA sich lohnt: Teile die jahrelang in der prallen Sonne stehen und mechanisch belastet werden. Halterungen für Überwachungskameras, Wetterstationen, Outdoor-Gehäuse für Elektronik.
Meine Empfehlung
| Einsatz | Material | Warum |
|---|---|---|
| Indoor (Deko, Halterungen) | PLA | Einfach zu drucken, sieht gut aus |
| Outdoor (Garten, Balkon) | PETG | Bester Kompromiss, hält Jahre |
| Outdoor extrem (pralle Sonne, mechanisch) | ASA | Wenn PETG nicht reicht |
| Landroid-Räder, Sensor-Gehäuse | PETG | Bewährt, günstig, haltbar |
Für 90% aller Outdoor-Projekte ist PETG die richtige Wahl. ASA lohnt sich nur, wenn du weißt dass das Teil jahrelang in der prallen Mittagssonne hängt und dabei Belastung aushalten muss. Und PLA hat draußen einfach nichts verloren – egal was manche YouTube-Videos behaupten.
Wenn du wissen willst, was man mit PETG alles drucken kann: Meine Landroid Traktor-Räder laufen seit über einem Jahr problemlos im Garten.