Elegoo Neptune 4 Einsteiger-Guide: Vom Auspacken zum ersten Druck in 30 Minuten
Elegoo Neptune 4 einrichten – vom Auspacken über die Kalibrierung bis zum ersten erfolgreichen Druck. Schritt für Schritt für Einsteiger.
Du hast dir einen Elegoo Neptune 4 * bestellt und der Karton steht vor dir. Und jetzt? YouTube-Videos zum Thema sind entweder 45 Minuten lang oder setzen voraus, dass du schon weißt was “Z-Offset” und “Flow Rate” bedeuten.
Hier ist die Kurzversion: Vom Auspacken bis zum ersten fertigen Druck in 30 Minuten. Ohne Vorwissen, ohne Frust.
Schritt 1: Zusammenbauen (10 Minuten)
Der Neptune 4 kommt zu 90% vormontiert. Du musst nur:
- Oberen Rahmen (mit dem Druckkopf) auf den unteren schrauben – 4 Schrauben
- Bildschirm anschrauben – 2 Schrauben
- Kabel verbinden – 3 Stecker, alle unterschiedlich groß (kann man nicht falsch machen)
- Filament-Halter oben draufstecken
Werkzeug liegt bei. Das Ganze dauert wirklich nur 10 Minuten wenn man nicht jeden Schritt dreimal in der Anleitung nachliest.
Schritt 2: Erster Start und Auto-Leveling
Strom rein, einschalten. Der Neptune 4 hat Klipper vorinstalliert – das ist die schnelle Firmware die auch teure Drucker nutzen. Du musst dich damit aber erstmal nicht beschäftigen.
Auto-Leveling starten:
- Am Touchscreen: Vorbereiten → Auto-Leveling
- Der Drucker fährt 25-36 Punkte auf dem Bett ab und misst den Abstand
- Dauert 2-3 Minuten, danach ist das Bett kalibriert
Das musst du nur einmal machen (und nach jedem Umstellen des Druckers wiederholen).
Schritt 3: Z-Offset einstellen
Das ist der einzige Schritt der etwas Fingerspitzengefühl braucht. Der Z-Offset bestimmt, wie nah die Düse am Bett ist beim ersten Layer.
- Vorbereiten → Z-Offset
- Der Druckkopf fährt in die Mitte
- Schieb ein Blatt Papier zwischen Düse und Bett
- Dreh am Rad (am Bildschirm) bis das Papier gerade noch so durchziehbar ist – mit leichtem Widerstand
- Speichern
Zu weit weg: Filament haftet nicht, erster Layer löst sich Zu nah: Düse kratzt übers Bett, Filament wird plattgedrückt
Im Zweifel lieber etwas zu nah als zu weit weg. Du kannst den Wert jederzeit in 0.05mm-Schritten anpassen.
Schritt 4: Filament einlegen
- PLA Filament * auf den Halter stecken
- Ende des Filaments schräg abschneiden (damit es besser in den Einzug gleitet)
- Am Touchscreen: Vorbereiten → Filament → Laden
- Filament in den Einzug schieben bis der Motor es greift
- Warten bis sauberes Filament aus der Düse kommt
Wenn es nicht sofort kommt: Düse muss erst aufheizen (190-200°C für PLA). Der Drucker macht das automatisch.
Schritt 5: Erste Datei drucken
Auf der mitgelieferten SD-Karte sind Test-Dateien. Steck sie ein und wähle am Bildschirm eine aus. Ich empfehle den Benchy (das kleine Boot) – das ist der Standard-Testdruck der Welt.
- SD-Karte einstecken
- Drucken → SD-Karte → benchy.gcode auswählen
- Start drücken
- Zuschauen wie der Drucker loslegt
Der Benchy dauert je nach Einstellung 15-25 Minuten auf dem Neptune 4 (der ist schnell dank Klipper). Wenn der erste Layer sauber haftet und nicht abblättert, ist alles richtig eingestellt.
Schritt 6: Eigene Modelle drucken (Slicer einrichten)
Für eigene Modelle brauchst du einen Slicer – das ist die Software die 3D-Modelle (STL-Dateien) in Druckanweisungen (G-Code) umwandelt.
Meine Empfehlung: OrcaSlicer (kostenlos, Open Source)
- OrcaSlicer herunterladen
- Beim ersten Start: Drucker auswählen → Elegoo Neptune 4 (ist voreingestellt)
- STL-Datei reinziehen → “Slice” klicken → auf SD-Karte speichern → drucken
Die Standard-Profile von OrcaSlicer für den Neptune 4 funktionieren sofort gut. Feintuning kommt später.
Häufige Probleme am Anfang
Erster Layer haftet nicht:
- Z-Offset zu hoch → näher ans Bett (0.05mm Schritte)
- Bett nicht sauber → mit Isopropanol abwischen
- Bett-Temperatur zu niedrig → 60°C für PLA
Filament kommt nicht aus der Düse:
- Düse nicht heiß genug → mindestens 200°C für PLA
- Verstopfung → “Filament entladen” und neu laden
- Bowden-Schlauch nicht richtig eingesteckt
Druck löst sich nach ein paar Layern:
- Bett-Haftung verbessern: Brim aktivieren im Slicer
- Zugluft vermeiden (Fenster zu, keine Klimaanlage auf den Drucker richten)
Was kommt danach?
Wenn der erste Benchy sauber aussieht, bist du bereit für echte Projekte:
- USB-Kamera montieren um Drucke remote zu überwachen
- PETG für Outdoor-Projekte ausprobieren
- Upgrades die sich lohnen (PEI-Platte, Capricorn-Schlauch)
- Landroid-Räder drucken als erstes “echtes” Projekt
- Kaffeemaschinen-Teile reparieren statt neu kaufen
Fazit
Der Neptune 4 ist ein verdammt guter Einsteiger-Drucker. Klipper ab Werk, schnell, und die Druckqualität stimmt ohne stundenlange Kalibrierung. Die 30 Minuten vom Auspacken bis zum ersten Druck sind realistisch – wenn man nicht anfängt an Einstellungen rumzudrehen die man noch nicht versteht.
Mein Rat: Druck erstmal 5-10 Sachen mit den Standard-Settings. Lern den Drucker kennen. Und dann fang an zu optimieren.